Forschung

Innovative Technologien

Forschung

Die HGE bereitet Studierende auf berufliche Handlungen und Tätigkeiten vor, deren Grundlage wissenschaftliche Erkenntnisse sind. Daher gilt es, von Beginn an die Forschung der HGE kontinuierlich auf- und auszubauen und die Forschungslandschaft der Hochschule gezielt weiterzuentwickeln. 

Auch die Schwerpunktsetzung in der Forschung ist ausgerichtet auf die Sicherung der gesamten Gesundheitsversorgung im Land Brandenburg. Einerseits mittels Entwicklung innovativer zukunftsorientierter Versorgungskonzepte (Digitalisierung, KI und Telemedizin) auf Grundlage der Analyse von Strukturen und Prozessen der regionalen Gesundheitsversorgung im Rahmen von Gesundheits- und Versorgungsforschung. Andererseits durch Früherkennung entsprechender Qualifikationsbedarfe in Versorgungs- und Bildungseinrichtungen (interprofessionelle berufswissenschaftliche Qualifikations- und Kompetenzforschung).

Verbindende Themen in Lehre und Forschung an der HGE sind unter Berücksichtigung der Wirksamkeit des (bedarfsgerechten) Einsatzes innovativer Technologien:

  • Patient:innensicherheit
  • bedarfs- und situationsgerechte (präventive) Versorgung
  • Nachhaltigkeit
  • interprofessionelle Zusammenarbeit
Weitere Informationen

Die HGE beteiligt sich im Rahmen von Forschungsprojekten aktiv am aktuellen wissenschaftlichen Diskurs. Anwendungsbezogene Forschungsgegenstände, die praxisrelevante Fragestellungen aufgreifen, werden dabei leitend sein.

Im Kontext von Gesundheits- und Versorgungsforschung sind die Analyse von Strukturen und Prozessen der regionalen und überregionalen Gesundheitsversorgung von besonderem Interesse, um innovative Versorgungskonzepte zu entwickeln. Dabei gilt es auch im Fokus interprofessioneller berufswissenschaftlicher Qualifikations- und Kompetenzforschung entsprechende Qualifikations- und Schulungsbedarfe (Versorgungs- und Bildungseinrichtungen) zu erfassen, um auf deren Grundlage gezielte Schulungskonzepte entwickeln und bereitstellen zu können. Zudem werden Kompetenzermittlung, neue Lehr-/Lernformen sowie innovative Wege der Kompetenzbildung (bspw. e-Qualification) von Forschungsinteresse sein.

Die interprofessionelle Zusammenarbeit und deren Einfluss auf die Versorgungsqualität, Patient:innensicherheit sowie die bedarfsgerechte (präventive) Versorgung pflegebedürftiger Menschen und deren Zu- und Angehöriger sowie die Wirksamkeit des (bedarfsgerechten) Einsatzes innovativer Technologien stellen weitere (potentielle) Forschungsgegenstände dar. Schließlich wird die digitale Transformation des Gesundheitssystems und der damit verbundene Einsatz, deren Evaluation und die Implementierung (evidenzbasierter) digitaler Innovationen im Fokus der Forschung von Pflege- und Hebammenwissenschaft sein.
Studierende werden – insbesondere im Rahmen der Wissenschaftsmodule – direkten Zugang zu aktuellen Forschungsprojekten und -schwerpunkten sowie deren Ergebnissen erhalten. Sie werden in die Lage versetzt, Bedarfe aus der Versorgungspraxis zu generieren, um daraus entsprechende Forschungsfragen eigenständig abzuleiten und zu verfolgen.

Von Beginn an werden an der HGE Wechselwirkungen zwischen Forschung, Lehre und Wissenstransfer angestrebt und nachhaltige Synergieeffekte an der Schnittstelle von Forschung und Lehre gefördert. Bereits im Rahmen der Studiengangskonzeption wurden und werden mögliche Forschungsinteressen und -schwerpunkte identifiziert, aus denen erste Konzepte generiert und Forschungsmöglichkeiten eröffnet werden können.

Folgende zentralen Aspekte finden besondere Berücksichtigung im strategischen Konzept der HGE:

Perspektiverweiterung
Ein forschungsmethodischer Leitfaden zur Ermittlung, Evaluation und Implementation evidenzbasierter Innovationen für die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen soll Lehrenden und Studierenden weitere Hilfestellungen geben. Zusätzlich bedarf es jedoch einer Erweiterung der Perspektive auf zu versorgende Menschen. Es ist beispielsweise noch viel zu wenig darüber bekannt, wie sich beispielsweise chronische Krankheit, dauerhafte Beeinträchtigungen und Störungen oder Pflegebedürftigkeit für Betroffene selbst darstellen. Dieses Wissen ist jedoch notwendig, damit die zuständige Profession bedarfsgerechte Antworten entwickeln und angemessene Interventionen einleiten kann. Entlang dieser Fragestellung können Studierende von ihren Lehrenden bereits im Verlauf des Studiums angeleitet werden z. B. eine klient:innenorientierte, bedarfsgerechte Pflege- und Hebammenforschung systematisch anzugehen. Der hohe Praxisanteil des Studiums schafft dafür die optimalen Voraussetzungen.

Interprofessionalität
Interdisziplinarität im Lehren und Lernen sowie interprofessionelles Handeln in der Praxis und interprofessionelle berufswissenschaftliche Qualifikations- und Kompetenzforschung soll ein weiterer zentraler Schwerpunkt der HGE sein. Kompetenzermittlung, neue Lehr-/Lernformen sowie innovative Wege der Kompetenzbildung (beispielsweise e-Qualification) werden entsprechende Forschungsgegenstände sein. Durch Früherkennung von Qualifikationsbedarfen in Versorgungs- und Bildungseinrichtungen wird unter anderem ein Beitrag zur Fachkräftesicherung geleistet und ein Beitrag zur Sicherung der gesamten Gesundheitsversorgung regional und überregional geleistet. Schon bei der Konzeptentwicklung der Studiengänge ist es wichtig, das interprofessionelle Zusammenwirken der Gesundheitsberufe fallbasiert und methodengelenkt in den Blick zu nehmen. Diese Erkenntnisse und Zielsetzungen sind lenkend für studiengangübergreifende Module bzw. Projekte. So wird die Entwicklung innovativer Lösungen für bestehende Bildungsprobleme mit der Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse verbunden.

Digitale Transformation
Die digitale Transformation des Gesundheitssystems stellt einen fundamentalen Veränderungs- und Innovationsprozess dar, der weitreichende Veränderungen der Rollen, Kompetenzen und Kooperationen aller Gesundheitsberufe einleiten wird. Mit dem Gesetz zur Reform der Pflegeberufe (PflBRefG) sieht der Gesetzgeber auch vor, in der hochschulischen Ausbildung Pflegende zu befähigen, neue Technologien in das berufliche Handeln zu integrieren. Pflegende sollen zunehmend in der Lage sein, sowohl Technik in der pflegerischen Versorgung anzuwenden als auch zum bedarfsgerechten Technikeinsatz zu beraten. Die rasante Fortentwicklung neuer Technologien und ihr zunehmender Einsatz in der beruflichen Arbeit aber auch in der Bildung der Gesundheitsfachberufe machen eine systematische Kompetenzentwicklung erforderlich.
Dringender Forschungsbedarf entsteht sowohl für die den Einsatz innovativer Technologien in der Praxis – inklusive einer ethischen Reflexion über ihren Einsatz – als auch in der Entwicklung einer digitalen Didaktik, die ein neues Rollenverständnis von Lehrenden und Lernenden erfordert.

Auch Hebammenstudierende benötigen zunehmend digitale Kompetenzen. Im Rahmen des DVPMG 2021 werden Leistungen der Hebammenhilfe, die im Wege der Videobetreuung erbracht werden, in § 134a Abs. 1d SGB V aufgenommen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden erstmalig ab 03/2020 digitale hebammenhilfliche Leistungen erlaubt, die in den Corona-Sondervereinbarungen für die außerklinische Hebammentätigkeit definiert wurden.
Strukturelle Voraussetzungen zur Forschung in diesem, für alle Gesundheitsberufe neuen Handlungsfeld sind die der Hochschule angegliederten Institute für digitale Bildung (IfdB) sowie für Simulation, Training & Transfer (IfS). Die Palette möglicher Forschungsakzente ist weit gefächert, hier werden die vorhandenen Kompetenzen in den Instituten für mögliche Entwicklungen zu nutzen sein.

Gesundheits- und Versorgungsforschung für strukturschwache Regionen
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt, der Eingang in die Lehre finden wird, ist die Gesundheits- und Versorgungsforschung mit Blick auf die spezifischen Anforderungen strukturschwacher Regionen. Im aktuellen Koalitionsvertrag werden erste wichtige Impulse für das Konzept der kommunalen Gesundheitsversorgung gegeben. Auf Grundlage der Analyse von Strukturen und Prozessen im regionalen Gesundheitswesen sollen Ideen für innovative Versorgungskonzepte entwickelt und wissenschaftlich begleitet werden. Forschungsgegenstand ist dabei die interprofessionelle Zusammenarbeit und deren Einfluss auf die Versorgungsqualität, Patient:innensicherheit sowie die bedarfsgerechte (präventive) Versorgung Pflegebedürftiger und deren An- und Zugehöriger sowie darüber hinaus die Wirksamkeit des (bedarfsgerechten) Einsatzes innovativer digitaler (telemedizinischer) Technologien. Auch im Bereich der hebammenhilflichen Leistungsangebote findet sich eine zu optimierende Versorgungssituation vor. Im Rahmen der Versorgungsforschung können neue innovative Versorgungsmodelle entwickelt und wissenschaftlich begleitet werden.

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